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Les insolites de LPL

   Sermon de l'abbé Stefan Frey à Zaitskofen le 27 juin 2010 en allemand

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Predigt zur Primiz von H. H. P. Sten Sandmark, Zaitzkofen 27.6.2010

 

Wie muss es einem zumute sein, wenn man nach jahrzehntelangem Suchen das heiß ersehnte Ziel gefunden hat, wenn ein uralter brennender Herzenswunsch endlich in Erfüllung gegangen ist. Wer vermöchte ein solches Glück beschreiben? Gestern ist Ihnen, lieber Primiziant dieses Glück zuteil geworden, worüber wir alle uns aus ganzem Herzen mit Ihnen freuen. Und wir nehmen im heutigen Primizamt innigen Anteil an Ihrer Danksagung, die fortan Ihr ganzes Priesterleben in Ihrem Herzen lebendig bleiben wird.

In Ihrem Weihegesuch schrieben Sie vor einigen Tagen: „Meine Sehnsucht nach der Priesterweihe ist über 50 Jahre alt.“
In der Tat: Schon ein kleiner Junge von fünf Jahren haben Sie in sich den Ruf vernommen, Gott wünsche von Ihnen, Priester zu werden, bevor Sie überhaupt wussten, was ein Priester genau ist. Damals vor 58 Jahren, als die priesterliche Berufung in Ihrem Herzen aufkeimte, konnten Sie nicht ahnen, wie lange der Weg zum Priestertum dauern und über wie viele Umwege er führen würde.

Sie sind in der schwedischen lutherischen Landeskirche aufgewachsen und glaubten wie so viele andere Schweden, sie wären in der wahren Kirche Christi, die Landeskirche sei sozusagen die katholische Kirche in Schweden, sie sei die Fortsetzung der Kirche der hl. Birgitta und der schwedischen Glaubensboten des 11. Jahrhunderts.

Es war für Sie auch sehr schwierig, die wahre Kirche zu erkennen, da die katholische Kirche auch in Schweden wie überall auf der Welt die Verwüstungen des eindringenden Modernismus erlebte und die Liturgie bald schlimmer wurde als in lutherische, die immerhin eine äußere traditionelle Prachtentfaltung und Feierlichkeit bewahrt hatte.

So war Ihnen der Weg zu wahren Priestertum noch verschlossen. Sie wurden protestantischer Pastor. Doch Gottes Vorsehung wachte über Ihnen. Sie kamen in Berührung mit der mittelalterlichen Theologie und Mystik, die Sie tief beeindruckte. Und bald reifte in Ihnen die Überzeugung von der Wahrheit des katholischen Glaubens. Ihre Predigten wurden fortan immer katholischer, zum wachsenden Erstaunen Ihrer Zuhörer. und Sie gründeten sogar eine Augustiner-Gemeinschaft mit den Gelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams.

Die Konversion zur katholischen Kirche wäre nun das Naheliegendste gewesen. Doch sie scheiterte an den ökumenischen Rücksichten. Der katholische Bischof von Stockholm wollte Sie nicht in den Schoß der Kirche aufnehmen. So vergingen noch 10 Jahre, bis Sie durch einen glücklichen Zufall oder besser gesagt durch das Walten der göttlichen Vorsehung die FSSPX kennenlernten. Im August 2005 haben Sie eine französische Pilgergruppe der Tradition in Ihrer Pfarrei empfangen. Von der ersten Bank ihrer wunderschönen Pfarrkirche in Oskarshamn wohnten Sie der hl. Messe von P. Peignot bei, das erste Mal sahen Sie eine tridentinische Messe, und Ihr Urteil nach der Messe in der Sakristei kam ganz spontan über Ihre Lippen: „Das ist genau das, was ich gesucht habe!“

Bald darauf kamen Sie in Kontakt mit Herrn Pater Schmidberger. Und nun entwickelten sich die Dinge sehr rasch. Hier in der Bruderschaft entdeckten Sie, was Sie in der Tiefe Ihres Herzens seit Jahren ersehnten: den unverkürzten katholischen Glauben, die Treue zur immerwährenden Tradition der Kirche und somit auch die Kirche der hl. Ansgar und der schwedischen Glaubensboten.

Der Entschluss zur Konversion duldete nun keinen Aufschub mehr. Nach der gebührenden Vorbereitung traten Sie im Sommer 2006 der katholische Kirche bei. Es war „die große Heimkehr nach Hause“, wie Sie sich damals ausdrückten. Jetzt stand Ihnen der Weg zum Priestertum offen, den Sie in den vergangenen vier Jahren hier im Priesterseminar beherzt gingen, und der Sie endlich zum so lange ersehnten Ziel geführt hat. Sie sind nun Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedech.

Rückblickend dürfen wir Ihnen vielleicht die Frage stellen: Hat sich denn dieser so lange und dornenreiche Weg für Sie gelohnt? Ich bin überzeugt, dass Sie mit der Antwort keinen Augenblick zögern: Tausendfach hat er sich gelohnt!

Denn das Priestertum ist eine überaus erhabene Gabe Gottes, und die dem Priester übertragene Sendung ist so hochbedeutsam und notwendig für das Heil der ganzen Welt, dass dafür keine Anstrengung zu hoch angesetzt werden können.
In der Festfreude des heutigen Primiztages wollen wir nun über das sprechen, was Ihr neues Glück ausmacht: die Würde des Priestertums und wir werden dann auch nach seiner Sendung fragen, zu der sie berufen wurden. Wir können diese Fragen nicht beantworten, ohne dass es uns dabei schwindlig wird.

Wer ist der katholische Priester?

Der Priester ist Mittler zwischen Gott und den Menschen. Von Gott erwählt und aus den Menschen herausgenommen, steht er zwischen Gott und den Menschen und erhält eine zweifache Sendung. Von Gott gesandt teilt er den Menschen die göttliche Botschaft wie auch die Wohltaten Gottes mit; als Vertreter der Menschen trägt er deren Anliegen und Opfergaben zum himmlischen Thron empor.

Wie weit ist er erhoben über die Menschen? Erreicht er die Höhe der Engel? O ja! Aber nicht nur das! Er übersteigt sogar die Engel bei weitem, bis er bei der Würde des Gott-Menschen anlangt. Wie ist das möglich?

Genau darin besteht das Geheimnis des Priestertums. Das Priestertum ist seinem innersten Wesen nach nichts geringeres als eine Teilnahme am gottmenschlichen Dasein Unseres Herrn Jesus Christus, – oder wie die Theologen sagen – an der Gnade der hypostatischen Union, d.h. also der Verbindung der göttlichen und menschlichen Natur des Heilandes. Denn darin ist das Priestertum Christi begründet. Christus ist ewiger Hohepriester, weil er Gottmensch ist.

Weil nun Christus sowohl Gott wie auch Mensch ist, ist er der perfekte Mittler, ja er ist wesenhaft Mittler. Als Gott war er in der Lage, die Heiligste Dreifaltigkeit vertreten, als Mensch konnte er auch die ganze Menschheit vertreten. Kein anderer ist war dazu in der Lage.

An dieser priesterlichen Würde Christi als Mittler haben Sie lieber Herr Primiziant Anteil. Diese Würde ist so groß, dass der Priester selbst sich nie begreifen kann. Könnte er sich begreifen, sagt der hl. Pfarrer von Ars, würde er sterben vor Liebe. Sein

Herz würde zerspringen, wenn er sähe, was ihm Gott alles ganz unverdienterweise geschenkt hat.

Fragen wir aber jetzt etwas weiter: Mittler zwischen Gott und Menschen ist ja schön. Aber brauchten denn die Menschen überhaupt diesen Mittler zwischen ihnen und Gott? O ja! Und wie sie ihn brauchten! Denn die Menschen hatten mit Gott gebrochen. Sie hatten ihn zurückgewiesen, obwohl Er ihr Ursprung und Ziel ist. So entstanden gewissermaßen zwei befeindete Parteien: Gott, der unendlich beleidigt wurde, und die Menschheit, auf welcher eine grenzenlose Schuld lastet. Diese Sündenlast ist wie ein unüberwindbarer tief klaffender Abgrund, der uns von Gott trennt. Wir sind Kinder des Zornes geworden. Wir hatten keine Möglichkeit, diesen Abgrund zu überwinden. Er war zu tief und zu weit.

Doch Gott wollte nicht, dass dieser Abgrund ewig bestehen bleibt. Er wollte nicht, dass jene, die Er für eine ewige Herrlichkeit geschaffen hatte, definitiv von ihm getrennt seien. Darum hat sich der Sohn Gottes anerboten Mittler zu sein. Gesandt von seinem himmlischen Vater und getrieben von seiner unendlichen Liebe ist er Mensch geworden, Hoherpriester mit dem Auftrag der Vermittlung, der Versöhnung der Menschen mit Gott.

Wir wissen, wie er dieses Versöhnungswerk vollbrachte, diesen Abgrund überwand: durch sein hochheiliges Erlösungsopfer am Kreuz. Sein Kreuz ist gewissermaßen die Brücke, über welche wir über diesen Abgrund zurückgelangen zum himmlischen Vater.

Christus ist der Pontifex, der Brückenbauer. Dieser Brückbau war größte Heldentat der Menschheitsgeschichte. Ohne diese Brücke des hochheiligen Kreuzes wären wir auf ewig verloren gewesen.

Darum müssen alle Menschen zu Jesus kommen. Außerhalb von Ihm gibt es kein Heil! Ohne ihn keine Chance gerettet zu werden. Kein anderer als Er konnte dieser Mittler sein.

Welch ein Wahnwitz wäre es, wenn man sagte: wir brauchen Christus und seine Brücke nicht. Wir schaffen es ohne sie, den Abgrund zu überwinden. Aber genau so spricht man heute! Die neue esoterische Religiosität des New Age verkündet eine Selbsterlösung ohne Christus! „Wir haben eine neue Methode der Gottfindung. Wir haben ganz neue Techniken geistigen Weitsprungs, womit wir den Abgrund überspringen können, z.B. die Transzendentale Meditation.“ (transcendere = hinübersteigen)

Welche Illusion! Es ist ein geistiger Sprung, der im Abgrund endet! Gott will aber nicht, dass wir im Abgrund enden, und für uns wäre es auch alles andere gut…

Darum hat Christus eben das Priestertum des Neuen Bundes eingesetzt und seiner Kirche anvertraut.

Sie, lieber Herr Pater, dürfen das Mittleramt und die Sendung Christi weiterführen, nämlich das das Werk der Erlösung. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“, sagte der Heiland zu seinen Aposteln. Das gleich spricht er nun zu Ihnen.
Als Prediger zeigen Sie den Menschen den Weg zu Christus und der rettenden Brücke des Kreuzes. Als Darbringer des hl. Messopfers errichten Sie die Brücke dort, wo Sie wirken, als guter Hirte führen Sie die Menschen über den Abgrund hin zum ewigen Leben

Eine dreifache Aufgabe! So nehmen Sie teil am dreifachen Amt der Mittlerschaft Christi. Christus ist

  • Doctor: Lehrer der Menschheit,
  • Sanctificator: Heiliger der Menschheit durch die Darbringung des Erlösungsopfers am Kreuz
  • Pastor: Guter Hirte der Menschheit, da er sie durch sein heiliges Gesetz anleitet zu einem heiligen Leben und ihnen durch sein Beispiel vorangeht.

Das wird fortan nun auch Ihre überaus erhabene Aufgabe als Priester sein. Als Gesandter Gottes und Diener Christi bringen Sie den Menschen einen dreifachen göttlichen Schatz:

  • den Schatz der Lehre, göttlichen Offenbarung, der Glaubenswahrheiten,
  • den Schatz der Erlösungsgnaden, um die Menschen zu heiligen (Sakramente und Sakramentalien, v.a. das hl. Messopfer),
  • den Schatz der heiligen Gebote.

Betrachten wir nun diese dreifache Sendung im einzelnen:

1. Das Lehramt des Priesters:

Sie sind Verkünder der göttlichen Wahrheit, die der Heiland vom Himmel gebracht hat, Herold der Botschaft Christi, der Vermitt Vermittler des Glaubens. Das ist die erste Aufgabe des Priesters. Denn bevor die Menschen den Weg des Heiles gehen können, müssen sie ihn erst kennenlernen. Darum hat auch Jesus Christus zuerst gepredigt, und erst dann sein Opfer der Erlösung dargebracht.

Die Verkündigung der Wahrheit ist eine der schönsten und wichtigsten Aufgaben, die es überhaupt geben kann. Denn wonach dürstet der geistbegabte Mensch im tiefsten seiner Seele mehr als nach der Wahrheit! Er möchte und muss doch wissen, woher er kommt, wer er ist, wohin er geht. Ohne dieses Wissen ist er völlig orientierungslos, geht blind durch die Welt, das Leben muss ihm letztlich sinnlos erscheinen. Aber genau so ist der Zustand der heutigen Menschheit! Nichts brauchen darum die Menschen heute so dringend, wie diesen Dienst der Verkündigung der Wahrheit.

Diese Aufgabe ist aber nicht einfach, ja sie ist zum Teil gefährlich! Die Wahrheit wird nicht immer geliebt, oft wird sie gehasst oder mit Gleichgültigkeit zurückgewiesen. Denn sie ist anspruchsvoll. Sie fordert die Menschen, sich ihr zu unterwerfen und ihr Leben nach ihr zu richten. Das wollen nicht alle. Viele lieben ihre Illusionen, ihren Egoismus, ihre Profit- oder Machtgier. Darum hassen sie die Wahrheit. Und zudem muss man mit dem Teufel rechnen, der an der Ausbreitung der göttlichen Botschaft alles andere als Freude hat.

Das sind die Gründe, warum die in der Geschichte oft verfolgt worden, sogar bis in den Tod.

Angesichts all dieser Schwierigkeiten muss der Priester mit Mut und Entschlossenheit den Glauben verkünden, im Vertrauen auf die Hilfe Gottes. Er muss bereit sein, wie sein Meister für sein Zeugnis Unbilden zu erdulden, ja sein Leben hinzugeben, so wie es viele Glaubensboten im Verlauf der Kirchengeschichte getan haben. Er darf sich darum durch Widerstände oder Erfolglosigkeit nie beeindrucken oder abschrecken zu lassen.

Rein menschlich gesehen werden Sie, Herr Pater, in Schweden keine Chancen haben, das Volk zu bekehren. Doch menschlich gesehen waren zu Beginn der Kirche die zwölf Apostel, unbedeutende Fischer, auch chancenlos. Ihre Zeit war nicht viel anders als die unsrige. Doch sie trugen allen Widerständen zum Trotz das Licht des Evangeliums in alle Welt, das die Völker nach und nach umwandelte und die christliche Zivilisation hervorgebracht hat.

Der Priester muss an seine Sendung glauben, an die übernatürliche Kraft, die im Wort Gottes verborgen liegt. „Denn Gottes Wort ist lebendig – sagt der hl. Apostel – es ist wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Hebr 4,12).
Es ist ein verhängnisvoller Fehler, wenn der Prediger sich von rein menschlichen Erfolgsaussichten bestimmen lässt, wenn er nur das sagt, was den Leuten gefällt, hingegen das unterschlägt, was ihnen nicht passt. Wer ein anderes Evangelium als das Evangelium Christi verkündet, der ist nach dem Zeugnis des Apostels Paulus verflucht (Gal 1, 6-9).

Doch genau das geschieht heute allzu häufig! Man reduziert das Evangelium auf eine soziale, politische Botschaft, oder gar auf eine oberflächliche, kraftlose Mitmenschlichkeit.

Das ist eine Kapitulierung vor dem Zeitgeist, ein Verrat an der Sendung der Kirche und ein Hauptgrund für das heutige Desaster in der Kirche.

Eine solche verwässerte Predigt wird fruchtlos, steril und interessiert letztlich niemand. Die Predigt muss schon ein bisschen schockieren, aufrütteln. Gerade das Unerhörte der göttlichen Botschaft ist es, das die Leute aufhorchen lässt… dass das Leben mehr ist als das, was die heutige Diesseitskultur, die Spaßgesellschaft zu bieten hat, dass sie berufen sind zu Höherem, zur Heiligkeit, Teilnahme am Leben Gottes, dass sie Pflichten haben gegenüber Gott und der Gesellschaft, die sie nicht ungestraft vernachlässigen dürfen

Der Erfolg der Sendung des Priesters ist geknüpft an die Verkündigung der ganzen Botschaft, ohne Abstriche, ob gelegen oder ungelegen (2 Tim 4,2). Als Gesandter Gottes muss er eben alles verkünden, was Gott ihm aufgetragen hat.

Darum, lieber Herr Primiziant, seien Sie ein eifriger Verkünder der Frohbotschaft Christi. Nutzen Sie jede Gelegenheit, den Menschen das Licht der Wahrheit zu bringen. Dadurch rufen Sie sie von ihren Irrwegen zurück und führen sie zu den Quellen der Gnade. Sie zeigen ihnen die Nichtigkeit der irdischen Güter und wecken in ihnen die Sehnsucht nach den ewigen.

2. Das Amt des Heiligens

Nebst der Predigt der Frohbotschaft hat der Priester die Aufgabe, die Menschen zu heiligen, und ihnen so das ewige Leben mitzuteilen. Das tut er in der Spendung der heiligen Sakramente. Die sieben Sakramente sind ja die Kanäle der Heilsgnaden, die aus einer gemeinsamen Quelle fließen, nämlich dem Erlösungsopfer Christi, das fortdauert in der hl. Messe.
Es kann nichts Größeres, Gewaltigeres gedacht werden als der Vollzug der Sakramente. Hier steht der Priester in ganz besonderer Nähe zu Christus. Er ist ganz Instrument in seiner Hand. Jesus bedient sich seiner, um den Menschen zu begegnen, sie von ihren Sünden zu reinigen, sie zu heiligen und zu stärken, ja sie in das innergöttliche Leben hineinzuziehen.
Wissen Sie aber, wann der Priester den höchsten Gipfel in seinem Tun erreicht? Dann, wenn er das hl. Messopfer feiert. Wenn Christus durch ihn sein Erlösungsopfer vergegenwärtigt, dann kann es auf dieser Welt objektiv kein gewaltigeres Geschehen geben.

Man kann sogar sagen: Wenn der Priester die hl. Messe feiert, erreicht die ganze Schöpfung ihren Höhepunkt und ihr Ziel!
(Aber wie das? Ganz einfach:) Alles, was erschaffen wurde, das Universum, alle Wunder der Natur, die Menschen, sogar die Engel, sie wurden erschaffen für Unseren Herrn Jesus Christus, oder genauer gesagt, sie wurden erschaffen, dass der Gottessohn eines Tages in die Welt komme, um im Namen aller Geschöpfe die Herrlichkeit Gottes zu besingen.

Und das tut Jesus, und mit ihm vereint die Kirche in jeder hl. Messe: die Glorie des dreifaltigen Gottes zu singen, im Namen aller Geschöpfe. Ich würde sagen, genau das erleben wir in der heutigen Primizmesse auf sehr spürbarer Weise. Wir hören alle den wunderbaren Vogelgesang, wie er sich mit den gregorianischen Melodien und den Orgelklängen vermischt, und dieses herrliche Konzert sich mit dem Gebet des Heilandes vereinigt.

Es ist wirklich wunderbar! Was wir heute sehen und hören, genau darin besteht die Sendung Christi: Er ist in die Welt gekommen, um den Lobpreis Gottes in unendlicher Vollkommenheit zu singen. Gewiss er ist auch gekommen uns zu erlösen, ja. Aber in erster Linie, um den Lobpreis der Schöpfung Gott darzubringen. Das gehört auch zu seiner Mittleraufgabe: im Namen der Geschöpfe Gott vollkommen zu verherrlichen.

Dies, lieber Herr Primiziant, wird nun täglich Ihre schönste und vornehmste Aufgabe sein, wenn Sie zum Altar emporschreiten. Und Sie werden den Lobpreis Gottes fortsetzen in alle liturgischen Diensten, im Breviergebet sowie in ihrem persönlichen Beten und Opfern.

Welch ein Glück, Sänger Gottes sein zu dürfen, durch Christus und mit ihm, in Vereinigung mit den hl. Engeln. Wenn das nicht schon der Himmel auf Erden ist!

Dies gilt auch für Sie, liebe Gläubige. Wenn Sie die hl. Messe lieben und bestrebt sind, aus ihr zu leben, dann wir Ihr Leben mehr und mehr zu einem Lobpreis der Gnade Gottes, (wie der hl. Paulus im Epheserbrief so schön sagt).

3. Amt des Leitens

Wie Christus muss der Priester der gute Hirte sein! Er leitet sie an zu einem heiligen Leben, er ruft sie auf zur Bekehrung und Buße, erinnert sie an die Gebote Gottes, die sie beobachten sollen, steht ihnen in Rat und Tat bei, er tröstet, ermuntert und spornt zu Guten an. Vor allem muss er ihnen durch sein eigenes Beispiel vorangehen. Als Hirt warnt er sie aber auch vor den Wölfen, dem Teufel und seinem Anhang, vor den Gefahren, vor den falschen destruktiven Ideologien, vor einem Leben der Sünde, und insbesondere vor der größten Gefahr, ewig verloren zu gehen. Und wiederum ist es der Heiland selbst, der durch den Priester wirkt und die Seinen auf ihrem Weg zum Himmel führt.

Lieber hochwürdiger Herr Primiziant, als Priester und Gesandter Gottes werden Sie künftig diesen dreifachen hochheiligen Dienst vollziehen. Größte und heiligste Schätze sind Ihrer Verwaltung anvertraut. Die wunderbarste Aufgabe, die man sich denken kann, werden Sie in Angriff nehmen. Sie werden es tun mit der ganzen Freude und Begeisterung Ihrer priesterlichen Seele, die kein Alter kennt, sondern stets jugendlich bleibt.

Es kann aber auch sein, dass ein leises Bangen Ihre Seele beschleicht im Gedanken an die hohe Verantwortung, die nun auf Ihren Schultern lastet. Zudem wissen wir, dass wir die uns anvertrauten Schätze in zerbrechlichen Gefäßen tragen. Besteht da nicht die Gefahr versagen zu können, der Verantwortung nicht gerecht zu werden?

O ja, diese Gefahr besteht in der Tat, aber nur dann, wenn Sie sich auf eigene Kräfte stützten würden. Nicht aber, wenn Sie sich ganz und gar auf Ihren Herrn und Meister stützen und sich ihm hingeben. Wenn Sie sich in allem bemühen, in seiner Liebe zu wachsen und sein Leben nachzuahmen. Sie sollen ja ein lebendiges Abbild Christi sein, und die Menschen sollen in Ihnen den ewigen Hohenpriester erkennen sowie die Güte seines heiligsten Herzens.

Dann wir der Heiland Ihre Arbeit überreich segnen und befruchten, Er wird Ihnen beistehen, Ihre priesterlichen Pflichten ganz treu erfüllen.

Einen letzten Rat darf ich Ihnen noch geben: vertrauen Sie sich und Ihr Priestertum ganz der Gottesmutter an. Sie ist die virgo fidelis, treue Jungfrau.

Die getreue Jungfrau wird auch Ihnen helfen, die Treue zu bewahren, sie wird Sie in all Ihren Aufgaben begleiten auf Schritt und Tritt, sie wird sie nie im Stich lassen, denn sie ist die Mutter der Priester, wie sie Mutter des ewigen Hohenpriesters ist. Und sie ist die Mutter von der immerwährenden Hilfe, deren Gedächtnis wir ja heute begehen.

Sie, liebe Gläubige, bitte ich inständig um Ihr Gebet für unsere Neupriester. Wie dankbar sind wir für dieses Gebet! Wie sehr benötigen wir Priester dieses Ihr Gebet! Wir leben in einer Zeit, in der die Treue nicht viel gilt. Wie mächtig kann bei Schwierigkeiten oder Misserfolgen die Versuchung sein, selber untreu zu werden.

Mögen wir alle unter dem Schutzmantel Mariens treu den uns gewiesenen Weg gehen, damit einst unser Heiland seine süsse Verheissung an uns ergehen lassen kann: „Wohlan du guter und treuer Knecht! Weil zu über weniges treu gewesen bist, will ich dich über vieles setzen. Geh ein in die Freude deines Herrn.“

Amen.

Abbé Stefan Frey, Recteur du séminaire de Zaitskofen

 

Version française

 Ce sermon est disponible en version française ici

 

 

 

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du 9 au 24 Juillet

Camp St-Pierre-Julien Eymard :
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Vox cantorum :
4 au 10 juillet
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