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Les insolites de LPL

   Brief an die Freunde und Wohltäter


Mgr Fellay, Generaloberer der FSSPX

 

Liebe Freunde und Wohltäter!

Tradition und Modernismus

Im Kommentar zu einem Ereignis auf dem II. Vatikanischen Konzil und mit Bezug auf die Kollegialität erklärte Monseigneur Henrici, es verdeutliche „zumindest klar den Zusammenstoß von zwei verschiedenen theologischen Traditionen, die sich grundsätzlich gegenseitig nicht verstehen können.“ (1) Dieser kleine Satz ist nicht harmlos; er beschreibt in aller Kürze die große Tragödie, welche die Kirche seit 40 Jahren heimsucht. Zwei einander entgegenstehende Überzeugungen, zwei Überzeugungen, die einander nicht verstehen können, liefern sich einen gnadenlosen Kampf, bei dem es um nichts Geringeres als um die Führung in der Kirche geht.
15 Jahre nach dem Konzil brachte Papst Paul VI. seinem Freund Jean Guitton gegenüber fast den gleichen Gedanken zum Ausdruck. „Es herrscht augenblicklich ein großes Durcheinander in der Kirche und was auf dem Spiel steht, ist der Glaube. Was mich erschreckt, wenn ich die katholische Welt betrachte, ist, daß im Innern des Katholizismus manchmal eine nicht-katholische Strömung vorzuherrschen scheint , und es könnte geschehen, daß diese nicht-katholische Strömung morgen den Sieg davontragen wird, aber sie wird niemals das Denken der Kirche sein. Es muß eine kleine Herde bleiben, so klein sie auch sein mag.“ (2) Zuvor fragte sich der Papst, ob wir nicht in den letzten Zeiten lebten.
In seiner Erklärung vom 21. November 1974, in der er seine felsenfeste Anhänglichkeit an das ewige Rom und seine ebenso entschlossene Zurückweisung des modernistischen Rom zum Ausdruck brachte, sagte Monseigneur Lefebvre das gleiche. Man kann nur staunen darüber, daß die Analyse der drei oben zitierten Personen übereinstimmt, besonders da sie einen gänzlich verschiedenen Hintergrund haben. Alle drei stellen die Existenz einer außerordentlichen Rivalität zwischen zwei Sichtweisen fest, zwei unvereinbaren Weltanschauungen innerhalb der katholischen Kirche. Eine dieser Überzeugungen ist die traditionelle katholische Lehre, das, was die Kirche immer gelehrt hat: der katholische Glaube mit allen praktischen Anwendungen. Das andere ist ein modernes Denken, das der hl. Pius X. als agnostischen und evolutionären Modernismus aufgezeigt und das sich aus einer Bedrohung zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem wahren Krebsgeschwür entwickelt hat, die das gesamte kirchliche Leben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zerstört. Dieses nicht-katholische Denken hat seit dem Konzil wirklich triumphiert. Seitdem lähmt es das Glaubensleben, das übernatürliche Leben durch die Menge der Reformen, die der Kirche im Namen des II. Vatikanischen Konzils auferlegt werden.
Es gibt in dem gesamten Denksystem eine Logik, eine Kohärenz; und jedes Denksystem strebt eine konkrete Verwirklichung an, eine Aktion. Es liegt daher in der Natur der Dinge, daß diese Gesamtheit der Anstrengungen, die man nachkonziliare Reformen nennt und die den Geist des II. Vatikanischen Konzils widerspiegeln, das Desaster hervorriefen, unter dem die Kirche seit dem Konzil leidet. Diese Denkweise an sich ist der Kirche fremd. Durch einen Spalt ist der Rauch Satans in den Tempel Gottes eingedrungen. Ausstaffiert mit einem kirchlichen Apparat, versteht sie es heute, sich als katholische Norm auszugeben. Wegen unserer Opposition gegen dieses neue System wurden wir verurteilt. Die katholische Tradition, der wir anhängen, wurde aus dem Leben der Kirche entfernt, zumindest an den Rand gedrängt und seitdem als veraltet geringgeschätzt.
Um uns dies bewußt zu machen, betrachten wir zum Beispiel die tiefen Veränderungen im Ordensleben, dieser so kostbaren Blüte auf dem Weg der Räte, die der Gemeinschaft der Gläubigen und den Menschen der ganzen Welt die Weltentsagung als Weg zur christlichen Vollkommenheit zeigt. „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, er nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Er verkaufe alle seine Güter…“ Was zum großen Teil bei den Bestrebungen zur Reform des Ordenslebens und seiner Anpassung an die Welt von heute verloren gegangen ist, ist nicht nur die physische Entfernung von der Welt - Ziel der evangelischen Räte - , sondern vor allem und viel tiefergehend die Zurückweisung der Welt, welche die Kirche im Taufgelöbnis verlangt, mit allen seinen heilsnotwendigen Forderungen. Dieser Verlust zeigt sich in unzähligen Details im Leben der Ordenskongregationen, wie zum Beispiel darin, daß die Ordenskleidung nicht mehr getragen wird.
Dasselbe gilt für das priesterliche Leben. Dieses der Kirche fremde Denken, das sich in sie eingeschlichen hat, hat noch ein weit tiefergreifendes und für das Leben des mystischen Leibes notwendigeres Element zutiefst erschüttert: das Priestertum. Der Verlust der Vorstellung von einem Opfer, um die Sünden wiedergutzumachen, der Verlust der Opfergesinnung und sogar die Zurückweisung des Kreuzes durch eine beeindruckende Zahl von Priestern sind eng mit diesem neuen Denken verbunden, das eine Neue Messe, den Novus Ordo Missae, hervorgebracht hat. So steht es mit allen Reformen. Mit einer furchtbaren inneren Logik. Ja, man muß es sagen und wiederholen: Die seit dem Konzil im Leben der Kirche aufgezwungenen Umwälzungen sind Früchte eines dem spezifisch Katholischen fremden und es zerstörenden Denken, das in ihr Inneres eingedrungen ist.
Das Tragischste an dieser Situation ist, daß dieses nicht-katholische Denken von der Autorität der Kirche übernommen und im Namen des Gehorsams aufgezwungen wurde, was seine Verbreitung unglücklicherweise so wirksam vorangebracht und eine normale Reaktion des Widerstands gegen das tödliche Gift im gesamten mystischen Leib verhindert hat.

Die Enzyklika über die Eucharistie und die Messe vom 24. Mai

Wenn wir die verschiedenen Ereignisse der letzten Monate betrachten, so scheint es wichtig, sich dieses tragische Komplott unserer Geschichte in Erinnerung zu rufen. Tatsächlich muß unser Kriterium zur Beurteilung der Ereignisse in Kirche und Welt notwendigerweise diese grundlegende Gegebenheit einschließen: wir können nur jene Ereignisse als annehmbar, entscheidend und wirklich gut einschätzen, die wirklich auf diese Verkettung Einfluß nehmen. Im Klartext: Wir glauben erst dann, daß Rom wirklich eine Geste gegenüber der Tradition gemacht hat, wenn es, auf die eine oder andere Weise, die generelle anti-traditionelle Linie, welche die Kirche weiterhin vergiftet, ändert und korrigiert.
Hat die neue Enzyklika über die hl. Eucharistie einen solchen Einfluß? Obwohl es den Anschein hat und das Konzil von Trient recht erfreulich in Erinnerung gerufen wird, obwohl sie eine Anzahl von Mißbräuchen anprangert - was an sich gute Dinge sind, die wir mit Freude begrüßen - , so lassen uns doch der Grundgedanke und die Gesamtheit der Umstände, die diese Enzyklika begleiteten, antworten: unglücklicherweise nicht. Die Messe, auf die sich die Enzyklika durchgängig bezieht, ist die Neue Messe, die im Namen des II. Vatikanums reformierte Messe. Das sagt alles. Dies läßt darauf schließen, daß man zwar kosmetische und oberflächliche Abänderungen will, aber keine radikale Änderung, wie sie für ein „Zurück zur Tradition“ absolut notwendig wäre. Nirgends werden die liturgischen Reformen auch nur im Ansatz infrage gestellt, auch wenn man Irrtümer, Mißbräuche etc. einräumt. Diese Enzyklika beabsichtigt keine Rückkehr zur Vergangenheit, sie beabsichtigt lediglich die Lehre über die hl. Eucharistie in weniger schlimmer Weise zu regeln. Wenn man auch bereit ist, die Konfitüre zu wechseln, so weigert man sich doch a priori die schimmelige Brotscheibe zu wechseln, auf die man sie gestrichen hat. Obwohl das Ganze unverdaulich und gesundheitsgefährdend bleibt.
Die von Kardinal Castrillon Hoyos am 24. Mai in der Basilika Sancta Maria Maggiore zelebrierte Messe, über die wir uns gefreut haben - ist sie dieses Zeichen der Rückkehr? Kann sie als schwacher Ausdruck eines festen Willens interpretiert werden, den katastrophalen Lauf der Dinge zu ändern? Aus Mangel an Überzeugung, aus Furcht vor dem Widerstand der Progressisten wird die schöne Geste eine einzelne Geste bleiben und nicht die glückliche Ankündigung der Befreiung der Messe, wie von den Gläubigen der Tradition so sehr erwartet: dem bei dieser Messe assistierenden Priester, der die Ehre hatte, den Kardinal an den Altar zu begleiten, wurde am Morgen des gleichen 24. Mai trotz eines Zelebrets von Ecclesia Dei die Feier der tridentinischen Messe in Sankt Peter verweigert. Das sagt alles.
So gibt es eine unverträgliche Mischung aus Altem und Modernem - zumindest sehen wir es so im Lichte der Tradition. Aber der moderne Geist, für den das Prinzip des Nicht-Widerspruchs existiert, versteht es nicht wie wir: er nimmt zwei antagonistische Elemente in sich auf. Er akzeptiert das Widersprechende - jedoch unter einer Bedingung: daß das Alte darauf verzichtet, ihn zurückzuweisen, daß es auf die Exklusivität verzichtet.
Der widersprüchliche Charakter findet sich in auffallender Weise - in der Enzyklika - bei der Frage der Zulassung von Nicht-Katholiken zur Kommunion. Die Unterscheidung zwischen Gruppe (der die hl. Eucharistie verweigert werden muß, weil sie außerhalb der Kirchengemeinschaft steht) und dem Individuum (dem man sie geben darf, wenn es an die hl. Eucharistie glaubt) ist nicht annehmbar, denn Glaube und Kirchengemeinschaft sind unabhängig von der Frage der Gruppe.
Die Theologie lehrt, daß die Ablehnung einer einzigen Glaubenswahrheit genügt, um den ganzen Glauben abzulegen (vgl. Pius XII., Dogma von der Aufnahme Mariens in den Himmel). Daher kann man vom Nicht-Katholiken, der manche Dogmen zurückweist, nicht sagen, daß er objektiv den „Glauben an die hl. Eucharistie“ habe und daß diese Bedingung ausreichend sei, um die Kommunion zu empfangen.

Beziehungen zu Rom

Wir treffen bei unseren Beziehungen zu Rom auf das gleiche Problem. Wenn Rom bereit ist, uns zu empfangen und uns sogar einlädt, dann geschieht dies in dieser weiten und pluralistischen Perspektive, die akzeptiert, daß gegensätzliche Sichtweisen koexistieren können (da sie ja den Widerspruch ignoriert). Es handelt sich hier nicht um annehmbare voneinander abweichende Meinungen, die den Reichtum der Kirche in ihrer Mannigfaltigkeit ausmachen. Es handelt sich vielmehr um eine nicht-katholische Denkweise, die um jeden Preis von allen und für alle akzeptiert werden will.
Der katholische Glaube dagegen ist ausschließend wie jede Wahrheit; er kann seinem Gegenteil kein Recht einräumen, auch wenn äußere Umstände im Hinblick auf das Gemeinwohl manchmal Toleranz verlangen.
Auch der katholische Geist, der diesem Glauben entspringt, ist ausschließend und unvereinbar mit dem Geist der Welt, auch wenn man im Leben von zahlreichen Gläubigen die Inkohärenz und Vermischung von Katholischem und Weltlichem findet. Wir sind uns bewußt, daß unsere Darlegung ein wenig schematisch ist. Wenn wir vom modernen oder aktuellen Rom sprechen, muß hinzugefügt werden, daß dieses kein monolithischer Block ist und in Rom selbst eine Anzahl von Prälaten gegen diese Katastrophe vorgehen wollen; doch bislang weist alles darauf hin, daß die führende Richtlinie die der nachkonziliaren Reformen bleibt - im Namen des unantastbaren Konzils. Es bleibt dabei, daß es - implizit oder explizit - immer das Konzil und die Neue Messe als aktuelle und generelle Norm des katholischen Lebens sind, die Rom uns aufzuerlegen bestrebt ist. Das ist ebendieses fremde Denken, von dem wir oben gesprochen haben, das man uns immer wieder einflößen will. Rom macht daraus die Bedingung sine qua non für unsere Regulierung. Es bleibt uns daher nichts anderes übrig, als unseren „Hungerstreik“ (in bezug auf die Neuheiten) weiterzuführen, bis Rom endlich geneigt ist, uns - und dem ganzen mystischen Leib - das nahrhafte Brot der katholischen Tradition zu geben, um das wir in dieser bereits so lange währenden Nacht betteln. Aber wir lassen uns niemals beunruhigen. Dies hat uns der Herr so gelehrt. Und Er hat die Worte des ewigen Lebens. Wir glauben an Seine Allmacht, wir vertrauen Seinen Versprechen.
Möge Unsere Liebe Frau, die Mutter der Kirche, die so groß und so mütterlich ist, uns behüten, uns auf den Wegen der Geduld und der Treue führen und „cum prole pia“ - mit ihrem Sohn, Sie überreich segnen.

Am Fest des Kostbaren Blutes, 1. Juli 2003
† Bernard Fellay

(1)Peter Henrici, "La maturation du Concile", Communio, novembre 1990, p. 85 et sq.
(2)Jean Guitton, "Paul VI secret".

 

 


Jeudi 24 juillet 2014
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