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Les insolites de LPL

   Brief an die Freunde und Wohltäter n° 72

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Mgr Fellay, Generaloberer der FSSPX

 

Liebe Freunde und Wohltäter,

Das Motu proprio Summorum Ponitificum, welches anerkannt hat, daß die tridentinische Messe nie abgeschafft worden ist, wirft eine Reihe von Fragen auf, was die zukünftigen Beziehungen der Bruderschaft St. Pius X. zu Rom anbetrifft. Mehrere Personen in den konservativen Kreisen und in Rom selbst haben sich mit dem Argument zu Wort gemeldet, für unsere Gemeinschaft bleibe nur ein einziges zu tun, nämlich „ein Abkommen mit Rom zu unterschreiben“, nachdem der Oberste Hirte einen Akt von so großer Weitherzigkeit gesetzt habe, der zugleich als offenkundiges Zeichen des guten Willens uns gegenüber angesehen werden müsse. Unglücklicherweise haben sich einiger unserer Freunde durch dieses Spiel der Illusionen täuschen lassen.

Wir möchten die Gelegenheit dieses Briefes in der österlichen Zeit nutzen, um einmal mehr die Prinzipien, die unser Handeln in diesen verwirrten Zeiten bestimmen, herauszustellen, und einige Ereignisse aus jüngster Zeit anführen, die klar und deutlich anzeigen, daß abgesehen von der Öffnung bezüglich der Liturgie durch das Motu proprio sich nichts geändert hat, um dann die notwendigen Folgerungen zu ziehen.

Das Grundprinzip, das unser Handeln bestimmt, ist die Bewahrung des Glaubens, ohne den niemand gerettet werden, ohne den niemand die Gnade empfangen kann, ohne den niemand Gott wohlgefällig sein kann, wie das I. Vatikanischen Konzil festgestellt hat. Die Liturgiefrage ist nicht die vorrangige; sie wird es allein durch den Ausdruck einer Veränderung des Glaubens und in Beziehung zu dem Gott geschuldeten Kult. Seit dem II. Vatikanischen Konzil gibt es eine bedeutungsvolle Änderung bezüglich der Sicht der Kirche, vor allem bezüglich ihres Verhältnisses zur Welt, zu den anderen Religionen, zu den Staaten, aber auch bezüglich ihrer selbst. Diese Veränderungen werden von jedermann anerkannt, aber werden nicht von allen gleich bewertet. Bisher wurden sie als sehr tiefgreifend, als revolutionär dargestellt: „die Revolution von 1789 in der Kirche“, hat ein Kardinal des Konzils sie genannt.

Benedikt XVI. hat die Frage, als er noch Kardinal war, so dargestellt: „Die Aufgabe der 60er Jahre bestand darin, sich die besten Werte, die in zwei Jahrhunderten liberaler Kultur zum Ausdruck kommen, anzueignen. Dies sind in der Tat Werte, die, selbst, wenn sie nicht innerhalb der Kirche gereift sind, dort in deren Sicht der Welt gereinigt und korrigiert ihren Platz finden können. Das ist verwirklicht“ (Monatszeitschrift Jesus, November 1984, S. 72). Und im Namen dieser Aneignung wurde eine neue Sicht der Welt und ihrer Bestandteile verpflichtend auferlegt: eine von Grund auf positive Sicht, die nicht nur einen neuen liturgischen Ritus hervorbrachte, sondern auch eine neue Art der Präsenz der Kirche in der Welt, weit mehr horizontal, den menschlichen und irdischen Problemen weit näher als den übernatürlichen und ewigen …

Gleichzeitig veränderte sich die Beziehung zu den anderen Religionen: Seit dem II. Vatikanischen Konzil vermeidet Rom jedes negative oder abwertende Urteil diesen anderen Religionen gegenüber. So ist zum Beispiel die klassische Bezeichnung „falsche Religionen“ aus dem kirchlichen Wortschatz vollkommen verschwunden. Die Ausdrücke „häretisch“ und „schismatisch“, welche die der katholischen Religion am nächsten stehenden Religionen bezeichnen, sind ebenfalls verschwunden; gelegentlich werden sie verwendet - vor allem das Wort „schismatisch“ -, um uns zu bezeichnen. Gleich verhält es sich mit dem Ausdruck „Exkommunikation“. Der neue Zugang heißt Ökumenismus und im Gegensatz zu dem, was alle glaubten, handelt es sich nicht um eine Rückkehr zur katholischen Einheit, sondern um das Erreichen einer neuen Art von Einheit, die keine Bekehrung erforderlich macht.

Gegenüber den christlichen Bekenntnissen hat sich eine neue Perspektive entwickelt, und dies tritt besonders deutlich bei den Orthodoxen hervor: Im Abkommen von Balamand verpflichtet sich die katholische Kirche offiziell, die Orthodoxen nicht zu bekehren und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Das Dogma „außerhalb der Kirche kein Heil“, welches das Dokument Dominus Jesus anführt, hat eine in dieser neuen Sicht der Dinge notwendige Uminterpretierung erlebt: Man konnte dieses Dogma nicht aufrechterhalten, ohne die Grenzen der Kirche zu erweitern, was durch die neue Definition der Kirche, wie sie in Lumen gentium dargestellt wird, geschehen ist. Die Kirche Christi ist nicht die katholische Kirche, sie besteht in ihr [subsistit in]. Mag man auch behaupten, sie bestehe nur in ihr, so ist doch festzustellen, daß man damit ein Wirken des Hl. Geistes und dieser Kirche Christi außerhalb der katholischen Kirche behauptet. Die anderen Religionen entbehren nicht der Heilselemente… Die „orthodoxen Kirchen“ werden zu authentischen Teilkirchen, in denen sich „die Kirche Christi“ erbaut.

Diese neuen Betrachtungsweisen haben verständlicherweise die Beziehungen zu den anderen Religionen auf den Kopf gestellt. Es ist unmöglich, von einer oberflächlichen Veränderung zu sprechen; es handelt sich vielmehr um eine neue und tiefgreifende Veränderung, die man der Kirche Jesu Christi aufdrängen will. Und dies erlaubte Johannes Paul II., von einer neuen Ekklesiologie zu sprechen, womit er eine wesentliche Veränderung in diesem Teil der Theologie, der die Kirche selbst behandelt, eingestand. Wir verstehen ganz einfach nicht, wie man behaupten kann, dieses neue Verständnis der Kirche sei noch im Einklang mit der überlieferten Definition der Kirche. Es ist neu, es ist ein radikal anderes, und verpflichtet den Katholiken dazu, ein von Grund auf anderes Verhalten gegenüber den Häretikern und Schismatikern an den Tag zu legen, die auf tragische Weise die Kirche verlassen und den Glauben ihrer Taufe verhöhnt haben. Sie sind von jetzt an nicht mehr „getrennte Brüder“, sondern Brüder, die „nicht in voller Einheit stehen“ … und wir sind mit ihnen „zutiefst verbunden“ durch die Taufe in Christus, und zwar in einer unverlierbaren Einheit … Die kürzliche Klarstellung der Glaubenskongregation bezüglich des Wortes subsistit ist in dieser Beziehung sehr erhellend. Es wird dort behauptet, die Kirche könne keine Neuheiten lehren; dabei lehrt jedoch diese Klarstellung die auf dem Konzil eingeführte Neuheit …

Das gleiche gilt für die Evangelisation: Die heilige Pflicht eines jeden Christen auf den Aufruf unseres Herrn Jesus Christus hin wird zunächst herausgestellt: „Gehet in alle Welt, predigt das Evangelium allen Geschöpfen. Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet werden, wer nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,15-16). Aber es wird daraufhin vorgebracht, daß diese Evangelisation nur die Heiden betreffe und daß somit weder die Christen noch die Juden betroffen seien … Neulich haben die Kardinäle Kasper und Bertone bezüglich der Kontroverse um das neue Gebet für die Juden behauptet, die Kirche würde sie nicht bekehren.

Fügen wir zu alldem die päpstlichen Stellungnahmen bezüglich der Religionsfreiheit hinzu, so können wir mit Leichtigkeit die Folgerung ziehen, daß der Glaubenskampf in diesen letzten Jahren keineswegs abgenommen hat. Das Motu proprio, das eine Hoffnung auf Veränderung zum Besseren hin auf dem Gebiet der Liturgie eröffnet, wird nicht von logisch konsequenten Maßnahmen auf den anderen Gebieten des Lebens der Kirche begleitet. Alle auf dem Konzil und in den nachkonziliaren Reformen eingeführten Veränderungen, die wir brandmarken, weil die Kirche sie eben schon verurteilt hat, werden bestätigt - mit dem einzigen Unterschied, daß man nunmehr gleichzeitig behauptet, daß die Kirche sich nicht ändere … was darauf hinausläuft, zu sagen, daß diese Änderungen vollkommen auf der Linie der katholischen Tradition liegen. Das Verdrehen der Begriffe verbunden mit dem Ausruf, daß die Kirche der Tradition treu bleiben müsse, kann nicht wenige verwirren. Solange die Tatsachen die neue Behauptung nicht bestätigen, muß man schließen, daß am Willen Roms, die konziliare Ausrichtung fortzusetzen, sich nichts geändert hat, trotz vierzig Jahren Kirchenkrise, trotz der entvölkerten Klöster, der aufgegebenen Pfarrhäuser, der leeren Kirchen. Die katholischen Universitäten verharren in ihren Abweichungen, der Katechismusunterricht bleibt eine Unbekannte, während die katholische Schule praktisch nicht mehr als spezifisch katholisch besteht; sie ist zu einer ausgestorbenen Art geworden …

Darum kann die Priesterbruderschaft St. Pius X. kein „Abkommen unterzeichnen“. Sie freut sich aufrichtig über den päpstlichen Willen, den alten und ehrwürdigen Ritus der hl. Messe wieder einzuführen, stellt aber gleichzeitig den bisweilen wilden Widerstand ganzer Bischofskonferenzen fest. Ohne zu verzweifeln, ohne Ungeduld stellen wir fest, daß die Zeit eines Abkommens noch nicht da ist. Das hindert uns nicht daran, weiter zu hoffen und den seit dem Jahr 2000 definierten Weg fortzusetzen. Wir fahren also fort, den Heiligen Vater zu bitten, das Exkommunikationsdekret von 1988 zu annullieren, weil wir davon überzeugt sind, daß dies der Kirche von größtem Nutzen wäre, und wir ermutigen Sie, dafür zu beten, daß dies Wirklichkeit werde. Aber es wäre sehr unklug und überstürzt, ohne Berücksichtigung der Umstände ein praktisches Abkommen anzustreben, das nicht auf die Grundprinzipien der Kirche und besonders auf den Glauben gegründet wäre.

Der neue Rosenkranzkreuzzug, zu dem wir Sie aufrufen, damit die Kirche ihre zweitausendjährige Tradition wiederfinde und zu ihr zurückkehre, verlangt einige Klärungen. So also steht er uns vor Augen: Ein jeder verpflichte sich dazu, den Rosenkranz zu einer einigermaßen festgesetzten Stunde des Tages zu beten. In Anbetracht der Zahl unserer Gläubigen und ihrer Verteilung über die ganze Welt, können wir sicher sein, daß alle Stunden des Tages und der Nacht ihre wachen und betenden Stimmen haben, all jene Stimmen, die den Triumph ihrer himmlischen Mutter, das Kommen des Reiches unseres Herrn Jesus Christus „auf der Erde wie im Himmel“ wollen.

Menzingen, den 14. April 2008

+ Bernard Fellay

 

 

 


Dimanche 20 avril 2014
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